AntiBlockierSystem

Immer mehr Motorräder sind serienmäßig (oder optional) mit ABS ausgerüstet. Das Mehr an Kosten sollte man für das Mehr an Sicherheit jedenfalls in Kauf nehmen. Es gibt sogar schon Überlegungen seitens der Gesetzgeber, ABS an allen Motorrädern gesetzlich vorzuschreiben. Ich fände das sinnvoll (und es würde dann sicher auch günstiger werden).

Mit meiner 1200er GS fahre ich erstmals in meiner langen Bikerkarriere auch ein Motorrad mit ABS. Ich glaube, in den letzten Jahren hat sich klar gezeigt, dass ABS jedenfalls von Vorteil ist. Selbst mit dem schlechtesten ABS-Motorrad wurden in diversen Tests Verzögerungen von 8,2 m/s² erreicht. Das sind Werte, von denen die meisten Normalfahrer ohne ABS wohl nur träumen können. Vor allem, wenn sie nur einen Versuch haben! In einer Notsituatiuon gilt es hier und jetzt. Da kann man sich nicht - wie bei eimem Fahrsicherheitstraining - langsam an das optimale Bremsen herantasten.

Vorteile
Plus großes Sicherheitsplus
Plus kürzere Bremswege (gerade auch bei Nässe)
Plus Verhinderung der Sturzgefahr durch blockierende Räder
Plus besserer Werterhalt bei Wiederverkauf
Nachteile
Minus höherer Anschaffungspreis (~ 700 - 1500 Euro)
Minus etwas höheres Gewicht (auch wenn das schon kein Argument mehr ist. Wogen anfängliche Systeme um die 12 kg, sind einfache Systeme mittlerweile bei vernachlässigbaren 1,5 kg angekommen)
Minus erhöhter Stromverbrauch (das führte beim einigen Sicherheitstrainings zum Ausfall. Allerdings unter Situationen, wie sie im normalen Bikeralltag nicht vorkommen!)

Hasenjagd

Eine tolle Übung um die Unterschiede mit und ohne ABS zu erfahren (im wahrsten Sinne) ist das sog. „Hasenrennen”.

Man nehme zwei MotorradfahrerInnen und zwei Bikes. Eines mit, eines ohne ABS (oder mit abgeschaltetem ABS). Dann braucht man eine geeignete Strecke. Diese sollte breit genug sein um versetzt (in zwei Spuren) fahren zu können und lang genug, um auf bis zu 100 km/h zu beschleunigen und dann noch genügend Bremsweg zu haben.

Jetzt geht es los:
Das Motorrad mit ABS rechts (der Hase), das andere links (der Fuchs). Der Fuchs startet 5-10 m hinter dem Hasen. Jeder ist abwechselnd Fuchs oder Hase (fährt also mal mit, mal ohne ABS). Auf Kommando beschleunigen beide zugleich auf die vorher ausgemachte Geschwindigkeit. Der Hase (= der vordere) macht plötzlich eine Vollbremsung. Der Fuchs muss reagieren und auch voll in die Eisen.
Jetzt zeigt sich auch warum versetzt gefahren wird ;-). Die Bremswege des ABS-bestückten Bikes sind immer kürzer (auch wenn das andere Bike leichter ist). Im Normalfall auf der Straße (ev. bei einer gemütlichen Ausfahrt) würde es hier zu einem Auffahrunfall kommen!

Wer dieses „Spiel” einmal gespielt hat wird sich auf keine Diskussionen pro oder kontra ABS mehr einlassen. Für den ist der Fall klar: Nie mehr ohne!